Absolut abgefuckt

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Die Probe gestern war so beschissen, dass ich nach der Hälfte vor die Tür gegangen bin und auch nicht wieder dorthin zurückkehrte. Das ist natürlich eigtentlich nicht erlaubt. Mimi kam 5 Minuten, nachdem ich den Raum verlassen hatte, ebenfalls hinterher und wir redeten darüber, wie wenig Spaß uns das Theater diesmal macht. Das restliche Ensemble probte munter weiter, wobei von "munter" nicht die Rede sein darf, denn Lachen ist strengstens untersagt.

Die Probe - bzw. eigentlich proben wir ja noch gar nicht, sondern wir trainieren, machen Körperübungen, Vorstellungsübungen, Improvisationen, Konzentrations- und Stimmübungen. 3 Stunden lang. Dienstags, donnerstags, samstags - Ja, jedenfalls nicht die Probe, sondern das Training begann damit, dass wir uns erst einmal von Anika eine Standpauke anhören durften, weil es beim letzten mal so albern und chaotisch gewesen sei und jemand aus dem Ensemble habe sich dadurch "gestört" gefühlt. Ich weiß, wer sich gestört gefühlt hat. Markus. Der Neue. Arschloch. Was ein behinderter Spasti. Ich könnt ihm echt was schweres ins Gesicht werfen. Nur weil er nichts zu lachen hat. Bah. Wie unsympathisch. Der soll gehen. Ich hab ihm das auch gestern schön zu spüren gegeben. Boa, war ich ein Arschloch. Aber er hat es verdient und ich werde ihn weiter anekeln. Nach dieser elegant-arschigen Einleitung haute Anika dann auch zwischendurch immer wieder Sprüche raus, die darauf abzielten, uns mitzuteilen, wie schlecht wir doch alle wären. Sie war so unfreundlich gestern! Wenn Mimi, Cath und ich auch nur einen Satz miteinander wechselten - leise, flüsternt, unauffällig - wurde uns direkt der Mund verboten und Anika wies uns darauf hin, dass wir unsere Kaffeekränzchen doch bitte außerhalb abhalten sollten. Der Blick aufs Handy: Verboten. Todesstrafe. Ey ganz ehrlich. Ich arbeite den ganzen Tag lang. Ich opfere 9 Stunden die Woche für das Theater. Soll ich 9 Stunden lang keinen Spaß haben dürfen? Bislang hatten wir unter Frau R.'s Regie immer Freude am Theaterspielen mit anschließendem großen Erfolg. Sie war an den richtigen Stellen streng. Wir sind alle erwachsen und wissen selbst, wann es angebracht ist, ernst zu sein und wann man sie Fresse halten muss. Die letzten beiden Stücke waren grandios - wieso also diesmal zum Lachen in den Keller gehen? So ging ich also vor die Tür und blieb da. Und ich hatte mir schon ausgemalt, nie wieder diesen Raum zu betreten. Da nutze ich meine Freizeit dann doch lieber anderweitig. Wenn ich morgen vom LKW überfahren werde, möchte ich meinen letzten Abend nicht damit verbracht haben, mir ein Lachen verbieten zu lassen. Mimi und Cath waren auch beide sehr genervt. Wie es bei den übrigen Ensemblemitgliedern aussieht, weiß ich nicht. 

Ich wusste, dass Anika mir eine Mail schreiben würde. Ich wusste nicht, wie ihre Worte aussehen würden, aber dass irgendwas kommt, war mir klar. Und so kam es auch. Als ich dann gestern Abend zuhause war gegen 11, blinkte mein Handy auf - Email. Und wie nett die Mail geschrieben war. Sie entschuldigte sich. Sie habe gar nicht gewusst, dass wir weggemusst hätten oder ob wir einfach keinen Bock mehr auf sie gehabt hätten, schrieb sie. Dahinter ein Smiley. Alter. Dann noch im Weiteren viele liebe Worte und keinerlei Zweifel daran, dass es für mich im Theater weitergehen würde. Bis Samstag dann! Ist klar. Ich habe ihr zurückgeschrieben. Ich wollte sie nicht anlügen, also schrieb ich die Wahrheit. Dass ich nicht wegmusste, sondern dass mich ihr Verhalten mir gegenüber verletzt hätte und ich rausgegangen bin, um einen klaren Kopf zu bekommen. War es falsch, ihr das zu sagen? Jetzt .. also heute.. würde ich die Email gern rückgängig machen, aber gestern fühlte es sich richtig an, auf Senden zu klicken. Hätte hätte Fahrradkette. Kann ich nun eh nicht mehr ändern. Ich muss das Stück noch lesen. Ich weiß nicht, ob ich dabei bleiben soll.

Ich faste übrigens immer noch Zucker. Ich hatte allerdings schon 3 Depressions-Zuckerfress-Anfälle, die sich jedoch sehr im Rahmen hielten. Einmal waren es 4 Löffelbiskuits, einmal 3 Löffel Schokolade. Naja. Meine Figur wird besser. Aber wer weiß, wie lange das so bleibt. Vorm Sommer fall ich dann vermutlich nochmal hart zurück. Aber ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Ich muss weiter zur nächsten Arbeit. 

TitelAutorDatumBesucher
ChillereiWonapaleia22/05/2013 - 00:101305
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