Reflexionsbedarf

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Dass ich so lange von der Bildfläche verschwunden war, liegt ganz einfach daran, dass mir zum einen im Augenblick nicht die Zeit bleibt, mich mit geschriebender Selbstreflexion auseinanderzusetzen (was echt traurig ist und auch traurig macht) und zum anderen daran, dass es auf meiner Arbeit nur Google Chrome gibt und das darüber irgendwie nicht funktioniert. Weiß-der-Geier-warum. Das war halt sonst immer der Ort, an dem ich geschrieben habe. Und wie es mir fehlt! Mein lieber Scholli.
Ich wollte jetzt aber keine Wissenslücken mit diesem Eintrag schließen, sondern einfach mal ein Bisschen meinen Ist-Zustand reflektieren, um besser auf mein Leben klar zu kommen. Da passiert nämlich eine Menge zur Zeit. Die Dame ist weg. Seit wann eigentlich? Öh.
3 Wochen ungefähr sind es jetzt. Wie komme ich damit klar? Also die ersten Tage war es ganz grauenvoll. Ganz schlimm war der erste Morgen ohne sie. Da hab ich das Arbeiten abgesagt und saß wie ein Häufchen Elend weinend mit Kuscheltier unterm Am auf meinem Bett. Ich glaube, an diesem Morgen habe ich mich komplett leergeweint. Danach ging es dann nämlich auch schon wieder besser.
Jetzt läuft es erstaunlich gut. Ich habe so viel um die Ohren, dass ich gar keine Zeit habe, sie zu vermissen. Im Gegenteil. Es macht mir eher Angst, wenn ich an ihre Rückkehr denke, weil ich gar keine Zeit für eine Beziehung habe eigentlich. Seit sie weg ist, bin ich in eine Art Selbstverwirklichungs-Euphorie verfallen. Jan und ich hatten in der letzten Zeit so viele Auftritte. Gute Auftritte. So viel gutes Feedback. Ausserdem mache ich jedemenge Sport und achte auf meine Ernährung. Das klappt auch erstaunlich gut. Seit sie weg ist, hab ich um die 6 kg runter. Das Theaterspielen nimmt auch einen riesigen Platz in meinem derzeitigen Leben ein. Proben sind jetzt 4 mal die Woche jeweils 3 oder 4 Stunden lang. Ich geh außerdem kellnern und habe ab nächster Woche einen neuen Job in den Morgenstunden als Schulbegleitung. Ja und die Uni leidet sehr unter all dem Krams. Ich bekomme unitechnisch gar nichts auf die Kette, wenn man mal ehrlich ist. Dieses Semester ist für den Arsch. Ich habe mich damit aber irgendwie auch abgefunden. Ab nächstem Semester werde ich mich wieder reinhängen. Ich werde dann auch erst mal nicht mehr Theater spielen. Man kann einfach nicht ALLES richtig gut machen, bzw ich kann das nicht. Entweder konzentriere ich mich auf die Musik oder auf das Spielen oder auf Sport oder auf Uni. Ich muss da Prioritäten setzen. Das fällt mir schwer.
Während der Zeit jetzt, in der die Dame verreist ist, hatten wir schon mehrfach Streit. Sie hat in den Herbergen abends immer Wlan, deswegen kann man einigermaßen gut kommunizieren. Grund für die Auseinandersetzung ist meist, dass ich einfach Ausblende, dass ich eine Freundin habe und mich das auch nicht groß stört, dass ich jetzt alleine bin. Ich vermisse sie auch wenig, da bin ich ehrlich. Ich bin der absolute Meister in der Umsetzung des altbekannten Spruchs "Aus den Augen, aus dem Sinn". Das ist schon ein Bisschen zu krass, wie gut ich mich da selbst schützen kann. Ekelhaft. ein egoistisches Arschloch bin ich. Und sie vermisst mich so sehr. Sie wünscht sich viel mehr Aufmerksamkeit, viel mehr Liebe.
Ich habe aber nichts zu geben aus der Ferne. Ich kann das nicht. Wenn ich jemanden nicht sehen, nicht riechen, nicht anfassen kann, dann kann ich jemanden auch nicht lieben. Traurig aber wahr. Vielleicht funktioniert meine emotionale Erinnerung einfach auch nicht so gut. Ich bin ratlos. Wir müssen sehen, wie es funktioniert, wenn sie wieder da ist. Wenn ich sie wieder rieche. Vielleicht ist dann alles wieder gut.
Ich habe schon angekündigt, dass die Beziehung nicht so weiterlaufen wird wie zuvor. Ich habe mich nämlich viel zu sehr zurückgenommen. Ich habe mich so sehr selbst vergessen und meine Ziele und Träume aus den Augen verloren. Das möchte ich nie wieder. Entweder schaffen wir beide das, uns zwei selbst auch zu verwirklichen und nebenbei trotzdem miteinander glücklich zu sein oder wir lassen es komplett. Ich jedenfalls hab noch mehr vor in meinem Leben als eine glückliche Beziehung zu führen. Also so ausschließlich. Ich möchte Kunst.
Puh. Ganz schön erdrückend, das selbst so schwarz auf weiß zu lesen. Ich bin ganz schön narzisstisch. Aber deswegen wollte ich es ja aufschreiben. Nun reicht es aber auch schon wieder mit dem emotionalen Brechen.
Was gibt es sonst noch? Mein Stiefvater ist schwer krank. Das ging alles sehr schnell. Auch ein Thema, bei dem ich regelmäßig heulen muss. Da möchte ich jetzt auch nicht viel zu sagen. Meine Mutter pflegt ihn derzeit. Ich hoffe irgendwie noch, dass es wieder gut wird alles. Neben Narzissmus ist Naivität eine weitere ausgeprägte Eigenschaft meinerseits.
Meine Ratte Mina hat einen Tumor. Am Dienstag steht die OP an. Ich überlege, meine Ratten abzugeben, weil ich mit diesem ewigen Sterben von geliebten Wesen nicht klar komme. Mich macht das echt fertig.
All meinen Freunden geht es irgendwie beschissen. Jeder hat andere Sorgen und ich höre sie mir alle an. Das mache ich ja gern, nur habe ich Angst, dass mich das auch runterzieht. Eben noch gelesen, dass man sich mit fröhlichen Menschen umgeben sollte, wenn man selbst fröhlich sein soll.
So, um 1 hab ich mich mit dem Bill fürs Fitnessstudio verabredet. Heute Abend habe ich dann wieder Theater ab 17 Uhr. Whey Freude.
Vielleicht finde ich ja bald nochmal Gelegenheit, zu schreiben. War nochmal schön <3

Kommentare

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traurige narzissten.

traurige narzissten.

ach gar nicht. Ich finde es

ach gar nicht. Ich finde es grundsätzlich nicht schlimm, wenn man sich selber über eine Beziehung stellt. Ich bin da ja auch so. Ich habs echt nicht so mit Beziehungen und finde es gerade viel geiler Zeit für mich zu haben. - Bei dir geht das nur immer so in die Extreme und du musst eben aufpassen, dass du anderen damit nicht so weh tust. Vom einen Moment auf den anderen bist du bis über beide Ohren verliebt... verschwindet die Person, macht das nichts, denn ein paar Wochen später bist du dann mindestens genauso verliebt in den nächsten Menschen... und wenn du dann Beziehungen eingehst und doch mal jemanden richtig liebst... dann macht es auch nichts, wenn die Person nicht mehr da ist... Damit rechnet ja keiner, wenn du vorher so viel Liebe gibst, weißte?
- zumindest läuft das so, seit ich dich hier lese. Vorher hattest du ja hingegen eine ewig lange Beziehung... Ich frag mich halt, was du dir davon versprichst, wenn du sowas anfängst. Wenn es im Endeffekt dann doch "egal" ist, wenn die Person nicht mehr da ist.
Ich finds nicht schlimm, dass du Zeit für dich willst. Das ist auch nicht narzisstisch. Es ist nur nicht so ganz fair, jemanden erst in den Himmel zu heben und dann wie einen nassen Sack fallen zu lassen.
Ich hab dich trotzdem gern, ich bin ja nicht betroffen. Hrhr. <3

Bild von Wonapaleia

Ohweh. Kommentare. Gar nicht

Ohweh. Kommentare. Gar nicht damit gerechnet.
Ja, ich weiß schon. Ich pass ja auch auf, dass ich der Dame nicht weh tu. Das möchte ich nicht.
Ich bin auch gewollt zu lieben, eigentlich und sie weiterhin in den Himmel zu heben. Aber irgendwo hängt da auch noch die Enttäuschung darüber nach, dass sie mich damals halt ja auch irgendwie nicht mit in ihre Planung einbezogen hat (ja, traurige Narzissten :-D). Und ob mich das fertig gemacht hat, dass sie gegangen ist, obwohl sie mich vorher schon fast von sich "abhängig" gemacht hat - ursprünglich wollte sie ja sogar fast ein halbes Jahr weg - das hat sie damals auch nicht interessiert.
Man hätte das cooler planen können alles, zumal ich halt auch gern gepilgert wäre. Warum dann nicht 3 Wochen jeder für sich und dann 2 zusammen oder eben so ähnlich. Das alles lief unter dem gewaltigen Titel ihrer "Selbstfindung" ab und im Endeffekt rennt sie dort nun mit 3 Polen rum anstatt mit mir. Und sich selbst gefunden hat sie bei weitem auch nicht. Auch wenn ich selbst von mir sage, dass ich narzisstisch bin, muss ich sagen, dass sie oft egoistischer handelt als ich - und das ist mir in den letzten 3 Wochen besonders deutlich geworden. Und aus dieser Erkenntnis heraus habe ich eine Schutzhaltung angenommen. Soweit bin ich schon gekommen mit meiner Eigenanalyse.
Ja, jedenfalls ist mein Plan nicht, mich von ihr zu trennen. Heute haben wir auch tatsächlich nochmal sehr schön miteinander geschrieben. Aber ich würde halt schon gern in Zukunft trotz Beziehung an meinen eigenen Zielen arbeiten können, weil ich das in dem Jahr zuvor kaum konnte, weil sie mir keinen Raum dafür gelassen hat. Das muss doch irgendwie möglich sein. Denke ich. Hoffe ich.

Ich hab dich auch gern Mauselinchen <3

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