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Puh. Ewig nicht geschrieben und wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass ich es jemals nochmal machen würde.
Was mich letztenendes ausgerechnet JETZT dazu bewogen hat, weiß ich auch nicht. Die Uhrzeit vielleicht und die Tatsache, dass ich nicht arbeiten muss heut früh und mich trotzdem erstaunlich ausgeschlafen fühle, obwohl ich seit 5:30 Uhr wach bin. Also ja, nennen wir es beim Namen: "Langeweile" und ein Bisschen auch ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber. Tagebuch schreiben ist schon wichtig für mich - eigentlich. Aber ich hab ja auch immer ein Bisschen Paranoia, dass jemand was lesen könnte, was nicht für seine Augen bestimmt wäre. Stattdessen gar keine Selbstreflexion zu betreiben oder nur so schwammig im Geiste. Hm. Auch nicht der richtige Weg. Also dacht ich mir: Wenn nicht jetzt, wann dann? Boa, geile Einleitung.
Dana musste heute früh in der Bäckerei arbeiten. Da bin ich mit aufgestanden und habe uns beiden Kaffee gemacht. Jetzt wird es langsam hell und ich frage mich, ob das so klug war, nicht mehr zu schlafen, weil ich mittags nämlich arbeiten muss und heute Abend haben wir einen Auftritt. Ich glaube, wenn es gleich so richtig richtig hell sein wird, ziehe ich mir die Laufschuhe an und renne in den Wald.
An meinem Leben hat sich nicht sonderlich viel verändert seit meinem letzten Eintrag. Äußerlich zumindest nicht. Ich renne immer noch regelmäßig mit meinen orangen Laufschuhen in den Wald, renne also immer noch einer Figur hinterher, die ich niemals bekommen werde und fühle mich trotzdem zu dick. Ich studiere immer noch Latein und Deutsch, wobei ich das letzte Semester komplett ausgesetzt habe wegen Reisen, Theater und Musik. Ich bin immer noch mit der Dame zusammen und suche nebenbei immer noch Bestätigung bei anderen schönen Frauen. Jan und ich machen immer noch Musik zusammen und ich schreibe immer noch Gedichte. Jobs habe ich immer noch 100 verschiedene, um mich über Wasser zu halten. Schulbibliothek, Mensa, Mein Autistenjunge, Nachhilfe, Putzen, Hund ausführen. Soweit der aktuelle Stand. Innerlich muss ich jedoch sagen, dass ich mehr bei mir angekommen bin. Ich fühle mich irgendwie wohl und glaube, dass ich das alles so ganz richtig mache. Jaha, ich glaube, ich bin ziemlich glücklich. Ich sage das mal mit Vorbehalt, weil ich weiß, dass Glück kein Dauerzustand ist, und das soll auch nicht heißen, dass ich jeden Morgen aufwache und denke: BOA GEIL EY, BIN ICH GLÜCKLICH. Ne, es ist eher so ein "Im Reinen mit mir sein".. Ich fühl mich nicht gestresst durch irgendwen und glaube, dass das, was ich so tu, Sinn macht.
Dana und ich waren in Portugal für einen Monat. Hab ich schon erzählt? Glaube nicht.
Wir sind hingetrampt. Und das hat alles erstaunlich gut funktioniert. Also einfach mit zwei Schildern (Paris/Bordeaux//Portugal/Lisboa) an die Autobahn gestellt, 20 Minuten gewartet und dann kam auch schon der erste LKW-Fahrer, der uns mit nach Spanien genommen hat. Valentin. Der Beste. Und in Irun dauerte es auch keine Stunde und wir saßen neben Rui, der uns dann letztenendes direkt bis Lissabon gefahren hat. Wir konnten bei den Leuten auch immer schlafen und essen - ohne Vergewaltigung und so. Das war wirklich so wahnsinnig schön alles. Trampen ist die beste Art zu Reisen. Danach glaubt man irgendwie wieder an das Gute im Menschen - also ich zumindest. Und dann haben wir noch kurz aus der Not heraus Couchsurfing in Portimao gemacht und haben danach für 20 Tage auf einer Farm bei den übelsten Hippies gearbeitet. War schon ziemlich harte Arbeit da. Hauptsächlich Unkraut jäten, Ernten, Pflanzen, Pflücken, Ziegen melken. Aber es war halt auch einfach wunderbar. Ich habe zuvor in meinem Leben noch nie so viel körperlich gearbeitet. Meine Hände sind auch immer noch etwas kaputt vom Melken, aber man wurde auch entlohnt durch diese grandiose Natur dort, die Stille, das fabelhafte Nirgendwo in den Bergen, das frische Gemüse, den tiefen Schlaf, die Gemeinschaft, die Tiere. Einfach war es, das Leben da. Das hat es so schön gemacht. Ja und dann am Ende sind wir nochmal ein Bisschen an der Algarve rumgereist. Couchsurfing klappt dort unten erstaunlich gut. Den Rückflug hatten wir aber gebucht.
Und als wir dann wieder hier waren, hatten wir erst einmal einen krassen Travelhangover. Es erschien uns beiden alles so sinnlos. Und das Essen schmeckte nicht mehr und das Handy, das wir einen Monat lang nicht genutzt hatten, nervte. Normales Shampoo und Waschmittel konnten wir nicht mehr benutzen, weil wir Angst um das Wasser hatten, die Arbeit war viel zu theoretisch und das Wetter viel zu grau. Da hatten wir dann ziemlich viel Streit auch. Hinzu kam oder kommt, dass Dana auf Jobsuche ist und keine eigene Wohnung hat. Seit August teilen wir uns nun also wieder mein 11 qm Zimmer und es ist wirklich anstrengend.
Soweit die Zusammenfassung.
Jetzt ist es hell.
Ich werde auf jeden Fall versuchen, wieder regelmäßiger zu schreiben. Ich mag das.

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Ein Glück!! <3 <3 <3 Hab

Ein Glück!! <3 <3 <3
Hab dich hart vermisst.

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Ich dich auch,

Ich dich auch, Lieblingstagebuchfreundin.
Du bist so schön, übrigens. Sagte ich bereits, oder?
Hab mich eben wieder daran erfreut :)

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